Zuschauerzahlen

Die Live-Übertragung des Finals der deutschen Fußballerinnen bei der Europameisterschaft in London hat den elf Jahre alten Einschaltquoten-Rekord von der WM 2011 geknackt.

Durchschnittlich 17,897 Millionen Menschen sahen am Sonntag in der ARD die 1:2-Niederlage der DFB-Auswahl gegen England nach Verlängerung. Der Marktanteil der rund zweistündigen Übertragung lag nach Angaben der AGF-Videoforschung bei 64,8 Prozent. Zum Vergleich: Das Finale der EM 2021 bei den Männern erreichte einen Zuschauerschnitt von 20,90 Millionen und einen Marktanteil von 64,4 Prozent.

Und auch vor Ort gab es immense Zuwächse: Diese EM hat mehr als doppelt so viele Zuschauer und Zuschauerinnen ins Stadion gelockt wie das Turnier vor fünf Jahren. Das mit Abstand am besten besuchte Spiel war das Finale - über 87.000 Zuschauer verfolgten das Endspiel zwischen England und Deutschland live im Wembley-Stadion.


Spielqualität

Viele Zuschauer bringen leider auch nur dann etwas, wenn das, was sie zu sehen bekommen auch schön anzusehen ist – oft der Hauptkritikpunkt gegen den Frauenfußball. Im Gegensatz zu den Turnieren der letzten Jahre, war bei den Spielen der diesjährigen EURO jedoch eine klare Steigerung in der Qualität und dem damit verbundenen Entertainmentfaktor der Spiele zu merken.

Besonders Mannschaften wie England, Spanien, Frankreich und Deutschland überzeugten durchgehend mit taktisch raffinierten, technisch versierten und temporeichen Spielen.

Geradezu euphorisch äußerte sich Klopp über die gezeigte Qualität bei der EM. "Ich muss wirklich sagen, dass ich den Frauenfußball liebe. Die Qualität des Turniers ist Wahnsinn. Die Intensität der Spiele - physisch ist es richtig, richtig gut, und ich liebe es, mir das anzuschauen.", sagte der Coach.

Besonders das Finale, der emotionale Klimax des Turniers, überzeugte mit seiner taktischen Finesse und intensiv geführten Duellen. Der Frauenfußball ist zwar weiterhin weit davon entfernt mit dem männlichen Äquivalent vergleichbar zu sein, dies sollte jedoch auch nicht das Ziel sein. Vielmehr sollte er als separate Art des Fußballs akzeptiert und als diese auch zelebriert werden.

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Nachhaltigkeit

Die Frage, ob der Frauenfußball seine Chance ausgenutzt hat, lässt sich also mit einem ganz klaren Ja beantworten, ob das langfristig genügt, ist allerdings noch eine andere Frage. Die zahlreichen Zuschauer*innen, die sich auf das Duell der zwei Fußballgiganten Deutschland und England gefreut haben, würden dieselbe Euphorie vermutlich nicht für ein Bundesligaspiel zwischen Essen und Meppen zeigen.

Eine gute Idee wäre es vermutlich, den Hype der EM so gut wie möglich auf die Bundesliga zu übertragen. Mögliche Maßnahmen, um diesen Prozess zu unterstützen wären die Verstärkte Förderung der deutschen Vereine und vermehrte Übertragung der Spiele im Free-TV.

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Unabhängig davon wie lange der Frauenfußball die derzeitige Aufmerksamkeit aufrecht erhalten kann, wird dieses Turnier ohne Frage in die Geschichtsbücher eingehen und als Sprungbrett für zukünftige Generationen des Sports gesehen werden.


 

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Über den Autor
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Linus studiert derzeit im 4. Semester Sportwissenschaft an der Technischen Universität München. Seit März absolviert er im Rahmen seines Studiums sein Pflichtpraktikum bei mmc sport in München.

Neben Fußball interessiert er sich insbesondere auch für Handball und Basketball.

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